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Zur Strömungsmassage
Die Strömungsmassage wurde von dem anthroposophischen Arzt Simeon Pressel (1905 – 1980) entwickelt. Sie bewirkt eine tiefe Durchströmung und Verlebendigung des Organismus. Die Massage der Waden- und Kreuzregion wirkt intensiv auf das Stoffwechselgeschehen und unterstützt Mut, Tatkraft und Durchhaltekraft. Die Massage des Rückens, Nackens und der Arme hat ihre Wirksamkeit in der Aufbautätigkeit; Bewußtseinsklarheit und seelische Ordnung finden hier ihre Anregung. Beide werden in einem rhythmischen Wechsel durchgeführt und können in ihrem Ablauf als eine Lemniskate verstanden werden, die nicht nur örtlich, sondern auch von ihrem Gegenpol her wirksam ist. Die heilende Wirkung beginnt durch die Behandlung der Muskulatur und erreicht die im Inneren des Menschen wirkenden Organprozesse. Ihre Wirksamkeit offenbart sich in einer Anregung der im Lebendigen wirkenden Kräfte: ein Gefühl der Leichte, der Ganzheit und starker Durchwärmung werden empfunden. Die Massage bringt die Regionen, aus denen sich die lebendigen Prozesse zurückgezogen haben, wieder in eine gesunde Zusammenarbeit mit dem Gesamtorganismus Das Aufwachen im Leiblichen erlaubt die Wahrnehmung von Einseitigkeiten wie Verhärtungen oder Verspannungen und ermöglicht die Eigenbeteiligung im Veränderungsprozesses, indem die Kraft zur Begegnung mit sich selbst gestärkt wird. Seelisch fühlen sich die Menschen ermutigt und tatkräftiger, sie beginnen sich verstärkt mit ihrer Krankheit auseinanderzusetzen. Die Massage ist in ihren lebendigen Griffqualitäten und der damit zusammenhängenden Wirkung urbildhaft. Sie stärkt das Rhythmische System, den Ort, von dem alle Heilung ausgehen und erreicht werden kann. Eine modifizierte Anwendung folgt spezifischen Krankheitsbildern.
Jede Eigenbewegung, sei es im Bereich des Denkens, des Fühlens oder des Wollens entspringt einem Willensimpuls. Das Ziel jeder Heilanwendung durch diese Massage ist, den Kern des menschlichen Wesens so zu stärken, daß ihm Ausdruck verliehen werden kann. Häufig vermindert eine entstandene Willensschwächung im Leiblichen jedoch diese Eigenbewegung, deshalb darf dann der Patient den Beginn des Heilprozesses passiv erleben, die Massage sozusagen als Leihgabe annehmen, bis die Eigenaktivität wieder erwacht. Alle weiteren therapeutischen Maßnahmen werden durch die gezielte, wärmeanregende, den Strömungshindernissen begegnende und durchströmende Massageanwendung erleichtert. Ein tiefes Anliegen von Simeon Pressel kann deutlich werden: der Prozeß der Gesundung soll vom Patienten aktiv ergriffen werden, ein neues Gleichgewicht soll erreicht werden.
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